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Annemarie Klein wieder in Pfullendorf 12.02.2018

Montag, 12. März 2018, 20.00 Uhr im GIZ (Geberit-Informationszentrum, Industriegebiet Theuerbach)

Veranstalter: DAV-Sektion Pfullendorf e.V.

annemarie kambo

 

Kambodscha und Vietnam - bewegte Geschichte, Länder, Menschen, Abenteuer“

Nach den etwas eintönigen Etappen durch Bangladesch, vorgestellt im vergangenen Jahr, kann Annemarie Klein in ihrem diesjährigen Vortrag die Besucher zu geschichtsträchtigen Orten mit fremdartigen Kulturen und einem Mix von Volksgruppen führen:

Das Königreich Kambodscha liegt am Golf von Thailand, umgeben von den Nachbarländern Thailand, Laos und Vietnam. In den siebziger Jahren berichteten Nachrichten über Leid und Elend, das die Roten Khmer über das Land brachten. Noch heute gilt Kambodscha als das meist verminte Land. Die Tempel der vergangenen Khmerkultur jedoch sind Anziehungspunkt für Touristen, denn seit in Kambodscha Frieden herrscht, wurde es auch für den Tourismus entdeckt.

„In Kambodscha gilt Rechtsverkehr, das war ein komisches Gefühl, nach dreieinhalb Jahren links fahren müssen.“ Das war bereits die erste Überraschung, als sie die Grenze überfuhr und in die Stadt Koh Kong kam. Dort beginnt die rotbraune Lehm-piste. Der Regenwald wurde für die breite Straße erbarmungslos abgeholzt. Kein schattenspendender Baum durfte überleben. Manche Tourabschnitte sind durch den Monsun so aufgeweicht, dass Annemarie knöcheltief im Morast stecken blieb und das Fahrrad ziehend, schiebend, quälend über die Strecke bewegte. Doch bald gab es wieder einen Grund zum Feiern: 22.000 km war sie inzwischen gestrampelt.

In Siem Reap liegen die berühmten Tempel von Angkor, seit 1992 Weltkulturerbe, über mehr als 300 Quadratkilometer verstreut zwischen dem Tonle Sap-See und den Kulen-Bergen. Die ältesten Monumente gehen bis auf das Jahr 802 zurück.

Phnom Phens berühmteste Sehenswürdigkeit ist der Komplex mit Königspalast und Silberpagode. Unter die Haut ging aber ein Besuch im Genozidmuseum Toul Sleng, dem ehemaligen Foltergefängnis der Roten Khmer. An diesem heute so friedlichen Ort fällt es schwer, die menschenverachtenden Vorkommnisse nachzuvollziehen. Ein Bummel an der Flusspromenade mit vielen Marktständen und Käfigen mit Spatzen, die man für ein paar Dollar wieder in die Freizeit fliegen lassen darf, und vieles mehr war beeindruckend. Vor allem die Köstlichkeiten, von denen es eine große Auswahl zu kosten gab: gegrillte Vögel, allerlei gebratene Insekten, Maden, schwarze Käfer, frittierte Vogelspinnen, angebrütete Eier verloren ihren Ekel nach ein paar Tagen und es überwog die Neugierde, davon zu kosten. Und es muss ihr dabei gut gegangen sein, denn sie setzte nach vielen Erlebnissen ihre Radreise fort nach Vietnam.

Saigon, die größte Stadt Südvietnams mit mehr als 7 Millionen Einwohnern, wurde nach der Wiedervereinigung und dem Abzug der US-Truppen 1975 nach dem ehemaligen nordvietnamesischen Staatschef in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt. Nach dem ohrenbetäubenden Lärm der Baustellen, den belagerten Straßen mit ganzen Moped-Schwärmen und der verpesteten Luft radelte Annemarie los, um das Mekong-Delta zu erkunden. Der Fluss ist die Lebensader dieser Reiskammer Vietnams, Verkehrsweg vom zierlichen Ruderboot bis zum schwerfälligen Fracht-schiff. Eine wahre Odysee erlebte sie, als an ihrem Fahrrad ein Schlauch geplatzt und ein Stück aus der Felge gerissen war, denn selbst mit Zeichensprache kommt man da nicht weit. Kilometerweit wuselt es von unberechenbaren Radfahrern wenn die Schulen aus sind, da tut man gut daran, in einem Café das Ende des Schwarms abzuwarten. Der Besuch in einem Tunnelkomplex, einem unterirdischen Dorf, das den Bewohnern während der schlimmsten Zeit der amerikanischen Bombardements wochenlang einigermaßen Sicherheit bot, ausgestattet mit Schule, Lazarett, Ent-bindungsraum, war ein unvorstellbares Erlebnis. Im hohen Norden herrschten winterliche Temperaturen und die Bergvölker laufen barfuß in Gummilatschen umher. Die Märkte und Läden bedienen die Minderheitendörfer der gesamten Umgebung von Sa Pa, die sich heute zur Touristenstadt entwickelt hat. Es geht bei den ver-schiedenen Volksgruppen immer bunt und lebhaft zu, die Frauen tragen ihre schönsten Trachten.

Weiter führte ihre Fahrradstrecke durch das attraktive Nam Na-Tal mit seinen Thai-Dörfern und bemerkenswert stabilen Pfahlhäusern. Durch die am stärksten zer-klüfteten Landschafen im Nordwesten Vietnams erfreute sich Annemarie an den Trachten der Minderheiten und darüber, dass der Architekturstil, die verschiedenen Sprachen und der jahrhundertelang überlieferte Lebensstil erhalten blieben.

(Der Tacho stand inzwischen bei 25.840 Kilometer)

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