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Zweitägige Busfahrt der DAV-Senioren nach Au

Die „Pioniere“ aus der Gründungszeit des Alpenvereins in Pfullendorf vor 50 Jahren einmal wieder zu versammeln, war die Idee des Vorstandes und so organisierte Charlotte Zoller, ein Urgestein des Vereins, eine zweitägige Busfahrt für die DAV-Senioren mit dem Ziel Vereinsheim „Haus Don Bosco“ in Au-Rehmen.

Bei noch strahlendem Sonnenschein startete der Reisebus zunächst nach Bregenz, wo eine Stadtführerin die Gruppe erwartete. Bregenz wird bei den Bergfahrten meist nur durch- oder umfahren, deshalb wollte man einmal auch die historischen Sehenswürdigkeiten kennen lernen. Schließlich steht die Geschichte von Pfullendorf durch den Grafen Rudolf aus dem Bregenzer Geschlecht der Udalrichinger mit dieser Stadt in einer historischen Beziehung. Vom Flair der „Oberstadt“, hoch über dem touristischen Treiben und der hektischen Einkaufswelt, waren alle überrascht. Man schlenderte durch Sträßchen und Gässchen mit Kopfsteinpflaster. Teile der ehemaligen Stadtmauer, Fachwerkhäuser und Barockbauten und das Wahrzeichen von Bregenz, der europaweit größte hölzerne Zwiebelturm, beeindruckten. Die Führung begann bei einem Gang durch die Seebühne. Viel Interessantes über die Entstehung und die Entwicklung der Bregenzer Festspiele wurde erzählt, über Architektur, Technik und die Gestaltung der gigantischen Kulissen für die jeweiligen Opernaufführungen.

Schon während der Stadtführung setzten Windböen und Starkregen ein, so fiel der Spaziergang entlang des Seeufers zum Kloster Mehrerau buchstäblich ins Wasser und man war froh, dass der Bus alle trocken in den Klosterkeller brachte. Auf dem Haus Don Bosco hatten Hannelore Heim und Franziska Seeger bereits die Kaffee-tafel vorbereitet. Danach stand der Besuch der nachbarschaftlichen Bergbrennerei Löwen auf dem Programm. Das ehemalige Wirtshaus, 1886 erbaut und heute unter Denkmalschutz, stand viele Jahre leer. Vor ein paar Jahren hauchte ihm ein junges Team wieder Leben ein. Der Brennmeister zeigte auf, wie aus Bergkräutern und Wurzeln feine Brände, Liköre und Kräuterspezialitäten entstehen. Fasziniert waren wir von der Vielfalt der Kräuter, deren Endprodukte bei einer anschließenden Verkostung genossen werden durften. Der Abend auf dem Haus Don Bosco, verwöhnt vom Küchenteam Hannelore und Franziska, bot Gelegenheit, alte Erinnerungen auszutauschen. Dass Friedrich Thum seine Zither mitgebracht hatte und den Gesang der alten Berglieder begleitete, versetzte die Senioren ins Schwärmen.

Viele unserer Senioren waren schon Jahre nicht mehr auf der Hütte und drückten ihr Erstaunen aus, was für ein Schmuckstück das Haus heute ist. Die meisten der Anwesenden waren in irgendeiner Weise an diesem Engagement für unsere Hütte beteiligt, das bis heute glücklicherweise auch von jüngeren Vereinsmitgliedern weitergeführt wird. Wir alle waren uns einig, dass die fast unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden in der Vereinsgemeinschaft zwar vielfach Herausforderungen darstellten, aber dass man diese Zeit auf keinen Fall missen möchte. Im Nachhinein betrachtet ist es sicher, dass das ehrenamtliche Engagement für unseren und für jeden anderen Verein in erster Linie ein Gewinn ist für sich selbst, sei es durch die daraus entstandenen langjährigen Freundschaften und die gemeinsamen Erlebnisse, die mit zur Lebensfreude beitragen

Überrascht hat uns anderntags blauer, wolkenloser Himmel, aber auch schneebe-deckte Bergspitzen und Temperaturen auf der Höhe um die vier Grad. Darum wurde die Wanderung auf der Baumgartenhöhe bei Bezau kurzfristig umdisponiert. Mit der Kabinenbahn ging es auf den Pfänder mit seiner herrlichen Aussicht über den Bodensee und die Bergwelt rundum. Unser Vorsitzender Jürgen Heim stellte beim Abschied in Aussicht, weitere solcher Fahrten künftig im Jahresprogramm aufzunehmen.

Fotos Jürgen Heim

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