Banner Sommer

Kletterparadies im Tiefental

Vor zehn Jahren stellten sich die Vorstandeschaft und Mitglieder der DAV-Sektion Pfullendorf dem Wagnis und Risiko, einen Späneturm im Hesselbühl abzutragen,um ihn im folgenden Jahr als Kletterturm im Tiefental wieder aufzubauen. Nicht nur logistische und technische Herausforderungen galt es zu meistern. Zunächst musste ein Gelände für den Aufbau gefunden werden. "Wir sind der Stadt zu großem Dank verpflichtet",betonte der Vorsitzende Jürgen Heim, "dass sie das Projekt unterstützte und das Grundstück hinter der Eisstockanlage zur Verfügung stellte". Viel Vorarbeit musste vor dem waghalsigen Aufsetzen der riesigen Ringe mit einem Großkran geleistet werden, angefangen von der Kultivierung des Geländes, dem Betonieren eines Sockels, dem Bohren der Löcher für die Klettergriffe, der Konstruktion und Herstellung eines kupfergedeckten  runden Holzdaches und vieles mehr. Am xxxx war es dann soweit: der 16 m hohe Turm konnte mit einem Fest eingeweiht und von nun an beklettert werden. Eine große Schar von Zuschauern verfolgten die Klettervorführungen. Mancher Skeptiker musste sich eingestehen, dass der schlanke Turm entgegen seiner vorherigen Meinung sich gut in das Gelände einfügt und ein imposantes Bild in den Sportanlagen abgibt. Im Lauf der Zeit vergrößerte sich die Zahl der Kletterer, so dass Wartezeiten unausweichlich waren. Um diese zu umgehen, wurde vor einigen Jahren als Ergänzung eine Boulderwand aufgebaut, die frei, ohne Seiltechnik beklettert werden darf.

Das 10-jährige Turmjubiläum am vergangenen Samstag war eher ein Fest für die Jugend. Der Verein verzichtete zu dessen Gunsten  auf die traditionelle Sonnwendfeier.  Dass die Eisstockabteilung ihre Räumlichkeit komplett zur Verfügung stellte, wertete der DAV dankbar als besondere Geste und so freute man sich über den Besuch der Eisstocker, die sich zum Mitfeiern dazu gesellten.

Schon früh am Morgen erkannte man an den farbigen T-Shirts der emsigen Helfer, dass Kletterer, Skifahrer und Snowboarder, Langläufer, Biker und Wanderer bei den Vorbereitungen zum Gelingen des Festes beitragen wollten. Der angesetzte Beginn um 14.00 Uhr war für die "Nur-Festbesucher" zu früh, für die Kletterer aber gerade richtig, konnten sie sich so für die Klettervorführungen eintrainieren. Wie vor zehn Jahren umrahmten die Alphornbläser von Messkirch das Fest. Nach der Begrüßung der Gäste durch Vorsitzenden Jürgen Heim konnte man den Künsten der Kletterer am Turm zuschauen. Oliver Schraut, der die Kletterer das ganze Jahr über mit seinen Helfern betreut, gab Einblick in die Techniken wie Vorstieg oder Abseilen, es sah alles so leicht aus. Was aber an Konzentration, an Wissen und Können und Kraft verlangt ist, konnten die Zuschauer durch die Ausführungen Schrauts gut nachvollziehen. Atemberaubend war das Zuschauen beim Speedklettern, hier  geht es um Zeit und Konkurrenz nach der Stoppuhr, nach oben in schwindelnde Höhe. Wer von den Gästen sich traute, konnte nach den Vorführungen selber, gut gesichert, den Aufstieg versuchen.

Im Laufe der vergangenen zehn Jahre wurden einige Neuerungen und Verbesserungen vorgenommen, es wurden zusätzliche Kletterrouten und Überhänge im Turminnern geschaffen. Der Kletterturm steht jedem zum Eigenversuch zur Verfügung, ab April bis Oktober jeweils freitags ab 18.00 Uhr. Der Verein bietet Kletterkurse an zum Erwerb des Kletterscheines, zur Vorbereitung auf Fels und Eis. Schulklassen oder andere Gruppen sind nach Anmeldung willkommen. Auch Geburtstagsfeiern fanden am Kletterturm statt.

Wieder einmal wurde deutlich, dass der DAV-Kletterturm im Tiefental ein Highlight unter den vielfältigen Pfullendorfer Sportangeboten darstellt.

Charlotte Zoller