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Sieben Jahre auf Bikeworldtour

 Annemarie Klein begeisterte ein  volles Haus mit ihrer Bilderschau

Von weit her angereist kamen die Besucher, die am vergangenen Montag der Einladung der DAV-Sektion Pfullendorf gefolgt waren. Annemarie Klein, eine Krankenschwester aus Altheim bei Riedlingen brachte ihr Fahrrad, das sie annähernd 45.000 km durch 22 Länder in drei Erdteilen getragen hatte und eine große Zahl von Bilder, die den ersten Teil ihre Abenteuerreise „Europa“ dokumentierten, nach Pfullendorf. Bergsteiger, Radfahrer, Neugierige und Zuhörer, die in ihren jungen Jahren selber von Abenteuern träumten, sie aber nie zu verwirklichen vermochten, warteten, was diese zierlich anmutende Frau zu erzählen hatte. Locker, natürlich, sympathisch und humorvoll sprudelten die Erzählungen über die einzelnen Etappen.

Auf der Brücke über die Donau ihres Heimatortes verabschiedete sie sich von ihren Angehörigen an ihrem 34. Geburtstag im Jahr 2002 und als sie sieben Jahre später dort wieder in die Arme geschlossen wurde, waren die damals 10-jährigen Neffen zu jungen Männern herangewachsen und zwei Familienangehörige nicht mehr am Leben.

Was bewegt eine junge berufstätige Frau, so ein strapaziöses Abenteuer mutterseelen alleine anzugehen? Vordergründige Gedanken, so Annemarie, war der Wunsch, etwas persönlich zur Völkerverständigung beizutragen, aber auch der, fremde Kulturen und Menschen kennen zu lernen. Und sie wollte sich und der Gesellschaft beweisen, dass sich in einem nochtechnisierten und anspruchsvollen Zeitalter die Welt auf ganz spartanische Weise, ohne Motorisierung, Handy und üblichem Luxus, ganz im Einklang mit der Natur, erobern lässt. Körperliche und mentale Fitness hatte sie sich schon lange vorher antrainiert, trotzdem litt sie nach jeder persönlichen Begegnung mit Menschen in den einzelnen Ländern immer wieder an Abschiedsschmerz. Dass sie alle Strapazen meisterte, gesund und ohne Unfall durch menschenleere Landschaften, über hohe Gebirgspässe, durch verkehrsreiche Innenstädte wie Athen, Istanbul, Ankara usw. zu kommen, schreibt sie der Hilfe ihres Schutzengels zu. Als gläubige Christin vertraute sie Gott und ihrem Schutzengel. Er war ihr einziger Wegbegleiter über all die tausende von Kilometern und in den Nächten unter freiem Himmel, wo sie diese am liebsten verbrachte. Das rundum voll bepackte Fahrrad und die blonde junge Frau wurde in den fremden Ländern viel bestaunt, Respekt und Anerkennung oder auch nur Neugier brachten ihre viele Einladungen von Familien ein, in denen sie dann auch so manche Tage verbrachte, bevor es wieder auf den Sattel ging. Bilder von Blumenwiesen, Bergpanoramen, engen Gassen in den Städten und Dörfern, von einsamen Stränden, sandigen Pisten, unabsehbar langen Autostraßen die man auch mit dem Fahrrad befahren musste, von ausgedorrten heißen Landschaften und überall von lachenden, wohlwollend scheinenden Menschen ließen die Zeit schnell vergehen.

Jürgen Heim, der Vorsitzende der DAV-Sektion Pfullendorf, bedankte sich für den überaus interessanten und kurzweiligen Vortrag, der mit großem Beifall der Zuhörer endete. Auf die Frage von Annemarie Klein, ob auch jemand am zweiten Teil, nämlich der Fortsetzung der Reise ab der Türkei bis nach Neuseeland interessiert sei, gingen alle Hände hoch. So wird die DAV-Sektion Pfullendorf sich bemühen, Annemarie Klein evtl. schon im Herbst wieder für einen Besuch nach Pfullendorf zu gewinnen.

Charlotte Zoller