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„Allein mit dem Fahrrad ans andere Ende der Welt, Annemarie Klein stellt Teil 2 ihrer Reise vor: Süd-Indien mit Sri Lanka

Aus ihren rund 50.000 mitgebrachten Dias ihrer siebenjährigen Fahrradreise einen Reisebericht zu erstellen, ist schon eine logistische Herausforderung. Er wird deshalb in mehreren Teilabschnitten ausgearbeitet und präsentiert. Die DAV-Sektion Pfullendorf lud Annemarie Klein auf einstimmigen Wunsch der Besucher des ersten Teils von Altheim in die Türkei zur Präsentation ihres zweiten Teil ein und der Saal im Geberit-Informationszentrum war wieder voll besetzt.

Annemarie Klein, trotz Regen mit dem Motorrad aus Blönried nach Pfullendorf angefahren, den Laptop in der Satteltasche, breitete erst einmal eine Weltkarte im Eingangsbereich des GIZ aus, um sich die Stationen ihrer Reise vorweg anschauen zu können.

Nach einem kurzen Rückblick wurden die Zuhörer in das riesige magische Land Indien versetzt. Von der Türkei nach Mumbai ist sie mit dem Flugzeug angereist, die Raddurchfahrt durch die Länder Syrien, Irak, Iran schien ihr als Frau alleine nicht ratsam. „In Indien musste ich meine Grundeinstellung komplett umkrämpeln“, erinnert sie sich. „Armut und Reichtum sind ganz selbstverständlich und direkt nebeneinander. Inder kennen weder Scheu noch höfliche Distanz, sie kleben dicht auf der Pelle. Die unzähligen Menschen auf engstem Raum drohten mich zu erdrücken. Trotzdem habe ich nie Bedrohung gespürt“. Sie war mit ihrer weißen Haut und ihren blonden Haaren ein Objekt der Neugierde, das betatscht, gestreichelt oder einfach nur von allen Seiten beäugt wurde. Ihr Fahrrad mit Gangschaltung war für viele ein Objekt der Bewunderung. Um die vielen Eindrücke, die spartanischen Lebensformen, die religiösen Kulte, das Klima, die Sprache der Menschen, die Schriftzeichen und vieles mehr besser kennen zu lernen, blieb sie eineinhalb Jahre. „Das war so nicht geplant, das hat sich einfach so ergeben, ich war mir anfangs gar nicht recht gewahr, in welch großes Land ich da gekommen bin“. Nach Goa, dem europäischsten Teil von Indien, lud sie ihren Vater, Schwester und Cousine zu einem Besuch ein und war ihnen dankbar, dass sie diese Reise für sie gewagt hatten. Besonders schwierig stellte sich die Wegfindung heraus, denn die Wegweiser und alle Angaben und Beschriftungen waren in Hindischrift und auf eine Nachfrage bei Passanten deutete jeder in eine andere Richtung. Eine Abfolge von ungewöhnlichen Bildern, mit Worten und teils mit Musik untermalt, zogen vorüber: das grandiose Luxushotel Taj Mahal, heilige Ratten dicht auf dem Tellerrand Milch schlürfend, vom Chaos auf den meist engen Straßen, heilige Kühe, die zwischen bunt bemalten und maßlos überladenen LKWs, Tuck-Tucks, Rikschas, Eselskarren und Fußgängern trotteten, Bilder von fröhlich lachenden Kindern, von den Handwerkern am Straßenrand, von Asketen, Gauklern, von Bettlern und von reich geschmückten Elefanten bei den Festtagsprozessionen, aber auch von ungewöhnlicher Baukunst in den Tempeln, von Villen reicher Geschäftsleute und einfachen Hütten direkt daneben. Eindrucksvoller könnte man ein so vielfältiges Land nicht beschreiben.

Da war der Flug nach Sri Lanka und die angetroffenen Verhältnisse dort schon fast wieder Ruhe und Erholung. Palmenstrände, Sonnenuntergänge, das ganze Spektrum an Eindrücken zu vermitteln, ist Annemarie Klein bestens gelungen.

Viele Fragen hatte sie zu beantworten und letztendlich zeigte sie sich bereit, aus dem Bilderfundus einen dritten Vortrag zusammen zu stellen, der dann nach Nordindien, in den Himalaja und schließlich in den dritten Kontinent ihrer Reise nach Australien führen wird. Jürgen Heim, der Vorsitzende der DAV-Sektion hat sie schon im voraus zu einem späteren Zeitpunkt nach Pfullendorf eingeladen.

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