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Auf dem Meraner Höhenweg

DAV-Mitglieder 8 Tage in der Texel-Gruppe unterwegs

Ein Höhepunkt für alle 17 Teilnehmer  war die erfolgreiche Umrundung der Texel-Gruppe auf dem bekannten „Meraner Höhenweg“ in Südtirol.

Die frühe und intensive Nachfrage seitens der Mitglieder übertrafen die Erwartungen von Tourenführer Jürgen Heim, der diese Wanderung organisierte und leitete. Der ca. 120 Km lange Rundweg wurde im Uhrzeigersinn begangen, wobei u.a. An- und Abstiege von 1.200 Höhen-metern auf den 7 Etappen zu bewältigen waren. Wurde im Nordteil fast die 3.000 Meter Grenze erreicht, lag das durchschnittliche Höhenprofil im Südabschnitt zwischen 900 und 1.800 Meter Meereshöhe.

In einer Vorbesprechung lernten sich die Teilnehmer kennen und wurden über den Verlauf, die Ausrüstung und weitere wichtige Details informiert. Mit Privat-PKWs gelangte man zum Ausgangs- und Endpunkt, Katharinaberg im Schnalstal. Mit den gut gepackten Rucksäcken ging es dann auf eine knapp 5 stündige Wanderung zum ersten Tagesziel, dem Eishof  auf 2.071 m Höhe. Nicht die 800 Höhenmeter machten den Teilnehmern zu schaffen, sondern der starke Regen, der 2 Stunden vor dem Ziel einsetzte. Ausgeruht, gestärkt und mit trockenen Kleidern machte man sich dann tags darauf von hier auf die wohl schwierigste Wegstrecke dieser Tour. Weitere 800 Höhenmeter bis zum Eisjöchel auf 2.895 m Höhe waren zu überwinden. Bei permanentem Nieselregen wurde auch dieses Teilstück absolviert um sich dann in der nahen Stettiner-Hütte mit  einer warmen Supppe zu stärken. Der lange Abstieg hinunter nach Pfelders (1.628 m) ging dann ganz schön in die Knochen. Gott sein Dank ließ der Regen nach. Am Folgetag erwartete die Wanderer dann ein strahlender Morgen für ihren Weiterweg zum nächsten Etappenziel, dem Valtelehof in Matatz.

Hoch über dem Passeiertal führte der Wanderweg im ständigen auf und ab weiter in Richtung Süden nach Gfeis, dem nächstgen Ziel. Wälder und Weideland wechselten sich immer wieder ab. Unterbrochen wurde die Szenerie durch schmucke Weiler und urige Bergbauernhöfe. Der nächtliche Ausblick aus der Unterkunft hinunter in das Etschtal und die Kurstadt Meran war traumhaft. Tags darauf ging es, tendenziell mehr bergan als bergab, hoch über dem Dorf Tirol zur Leiteralm. Bevor diese nächste Unterkunft erreicht wurde, mußte noch der in die Felsen geschlagene Hans-Frieden-Weg begangen werden. Hier ließ man sich Zeit, um den grandiosen Tiefblick auf Meran und das Umland geniessen zu können und ein paar Fotos zu machen. Weiterhin spielte das Wetter auf dem nächsten Teilstück zum Giggelberg mit. Nochmals mußten einige Höhenmeter gemacht werden, bevor man diese Aussichtsterrasse erreichte.  Der Sonnenuntergang lieferte ein Panorama von besonderer Güte; noch schöner als im  Südtiroler Bergsteigerlied besungen. Die bekannten Dolomitengipfel Langkofel, Marmolada, Rosengarten und Latemar erstrahlten im letzten Sonnenlicht.  Der abschließende Wandertag erforderte nochmals alle Reserven, denn die Lahnbach-schlucht mit ihren fast 1.000 Stufen mußte als erstes  passiert werden. Hoch über dem Vinschgau wurde dann Naturns tangiert, bevor der Wanderweg in nordwestlicher Richtung wieder ins Schnalstal führte. Zuvor bot sich noch ein Blick auf die schneebedeckten Gletscher der Ortlergruppe.  Bald zeigte sich auf einem Felsenvorspung die idyllische Kirche von Katharinaberg, dem Endziel. Doch der Weg dorthin war lang und nochmals schweißtreibend.

Die vollbrachte Leistung und der gute Zusammenhalt in der Wandergruppe, die komplett und unfallfrei das Ziel erreichte, waren ein Garant für das Gelingen dieser Tourenwoche. Bei einem gemütlichen Abend, einem guten Essen und einigen Gläsern „Südtiroler“ wurde diese erlebnisreiche Woche erfolgreich abgeschlossen.

Meran_2011

 Wandergruppe auf dem Felsenweg hoch über Meran (G. Colditz)